Brigitte Giraud

Schnell leben

Aus dem Französischen von Michael Kleeberg. Frankfurter Verlagsanstalt, 200 Seiten, € 24,-

Vor zwanzig Jahren hat Brigitte Giraud den Mann ihres Lebens, Claude, bei einem Motorradunfall verloren. Drei Tage später ist sie mit ihrem kleinen Sohn in das neue Haus, das sie zusammen mit Claude gekauft hat und in dem er nun niemals wohnen wird, gezogen. Wer die Schuld an dem Unfall trägt, bleibt unaufgeklärt, ihre Fragen unbeantwortet. Als sie zwanzig Jahre später gezwungen ist, das Haus zu verkaufen, das dem Erdboden gleichgemacht werden wird, fühlt es sich für sie an, als würde sie Claudes Seele verkaufen. Der Moment ist gekommen, sich ihrer Vergangenheit zuzuwenden. Erstmals traut sie sich, sich dem „Was wäre gewesen, wenn“ zu stellen. Girauds intime Suche umkreist universelle Fragen: „Was im Leben löst die Katastrophe aus? Existiert das Schicksal?“. „Schnell leben“ ist eine Liebesgeschichte, eine Erzählung über Schuld, ohne Schuldige zu benennen, ein Porträt der Abwesenheit. 2022 erhielt Brigitte Giraud für ihren Roman den bedeutendsten Literaturpreis Frankreichs, den Prix Goncourt.

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