Esther Becker

Wie die Gorillas

Verbrecher Verlag, 160 Seiten, € 19,-

Abnehmen, ohne anderen davon zu erzählen, den Rasierer auf dem Weg in die Schwimmbaddusche verstecken, schminken, als wäre alles von Natur aus so. In ihrem Debütroman „Wie die Gorillas“ beschreibt Esther Becker das Erwachsenwerden junger Frauen in einer Gesellschaft, die behauptet, alle könnten selbst bestimmen. Wo verlaufen die Grenzen zwischen ausgelebter Individualität und den Anstrengungen dazuzugehören? Wie soll der Körper aussehen, wie sich benehmen – ob beim Sportunterricht, in der Schule, unter Freundinnen oder in Beziehungen?

Lustvoll, pointiert, mit viel Humor und mit der Drastik, die es benötigt, erzählt Becker vom gesellschaftlichen Druck, der auf jungen Frauenkörpern lastet. Wir lesen atemlos diese Staffage aus Szenen einer jungen Autorin, die den Nerv der Gegenwartsliteratur getroffen hat: Gesellschaftlich relevant und hochaktuell erzählt sie in einer Direktheit, die unter die Haut geht, in authentischen Dialogen, merklich geschult durch ihre vielfältigen Arbeiten für Film und Theater.

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