cairo

o
cairo
zünd die
pfeifen an und
mach dir luft aus
schwarz und weiß wie
kohle und die aschenkühlen
tasten eines staubigen pianofortes
cairo sei so gut und lasse deinen sand
jetzt tanzen denn du bist gebaut aus staub
käme heut ein regen du würdest ruhen wie ton

Hanser, 105 Seiten, € 18,-

Raphael Urweider führt vor Augen, was für erstaunliche Früchte die Gegenwartskunde trägt. Seine Gedichte betrachten das Ineinandergreifen der Dinge: „wir essen fisch der nach petrol riecht und / kochen mit petrol das nach fisch riecht“.
Ebenso unbeschwert wie klug seziert Urweider Pflanzen: „was ist die einsamkeit eines knackens / gegen die zweisamkeit eines zweigs / äste verzweigen sind nie allein / allein ist ein ast nur holz“.

Raphael Urweider, 1974 in Bern geboren, veröffentlichte die Gedichtbände „Lichter in Menlo Park“ (2000), „Das Gegenteil von Fleisch“ (2003) und „Alle deine Namen“ (2008). Für seine Gedichte wurde er vielfach ausgezeichnet, u.a. mit dem Leonce-und-Lena-Preis 1999, dem Förderpreis des Bremer Literaturpreises 2001, dem 3Sat-Preis bei den Tagen der deutschsprachigen Literatur in Klagenfurt 2002, dem Clemens-Brentano-Preis 2004 sowie dem Schillerpreis 2008. Urweider schreibt Theaterstücke, war Ko-Leiter des Schlachthaus Theaters Bern und tritt auch als Musiker auf. Er übersetzt aus dem Schweizerdeutschen, Englischen und Französischen.

Gedicht: Seite 40

Empfohlen von Klaus Bittner

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